Programm
31. Oktober 2022
30. Oktober 2022

Finissage

13 — 18 Uhr
23. — 27. Oktober 2022

Ausstellung:
„Our Apartments, Houses, Cottages, Garages, Offices and Backyards”

13 — 18 Uhr

In der vorletzte Ausstellung im Theater of Hopes and Expectations zeigt das Kollektiv Prykarpattian Theater die Ergebnisse ihrer Workshops, die sie zunächst in Kolomea, dann in Düsseldorf und zuletzt in Czernowitz, der ukrainischen Partnerstadt Düsseldorfs, organisierten: In allen drei Städten luden sie Menschen ein Modelle von Wohnungen, Häusern, Hütten, Garagen, Büros, Hinterhöfen und anderen Gebäuden und Orten zu bauen, zu denen sie eine reale oder imaginative Verbindung haben. In Kolomea nahmen vorwiegend Ukrainer*innen an dem Workshop teil, die vom stark umkämpften Osten der Ukraine in den Westen des Landes geflohen waren. Sie setzten sich vor allem mit dem Verlust ihres Zuhauses auseinander. In Düsseldorf öffnete sich das Konzept: Hier beschäftigten sich die Partizipierenden auch mit anderen Narrationen in Bezug auf Migration und Vertreibung, da auch Menschen aus Syrien und Georgien, aber auch Menschen ohne direkte Fluchterfahrung am Workshop teilnahmen. Dadurch verschob sich der Fokus auf individuelle Vorstellungen vom Heim als Schutzraum und Ort des Privatheit, die zum Teil der Imagination entsprangen. Der Workshop in Czernowitz wiederum sprach ein junges Publikum an. Die Schüler*innen, die Teil des Projektes wurden, konzentrierten sich dezidiert auf die Zukunft, nicht die Vergangenheit. Gleichzeitig rückten sie den Innenraum in  der Vordergrund – während die Teilnehmer*innen in Kolomea und Düsseldorf vorwiegend die Außenansichten ihrer Häuser darstellen.

Die Modelle aus dem Workshop in Kolomyia sind Teil des "Wartime Archive", einer Initiative der MOCA NGO.

Workshop-Teilnehmer*innen:

Kolomea:
Ania Sokolova, Anna Kuzmenko, Anton Hylko and Yevgen Kryshen, Dmytro Koronik, Kateryna Aliynyk, Maria Liukshyna, Marta Bazak, Oksana Yashchuk, Olga Malyshenko and Anton Vozniuk, Serhii and Kostiantyn Mykhailov, Svitlana Ulianova and Oleksandr Ulianov, Viktor Korchynskiy, Yurii Kruglov, Yulia, Yurii and Dominika Mykhailiuk.

Düsseldorf:
Alisa Kulesh, Alisa Shaposhnikova, Gudrun Lehmann, Lika Chkhutiashvili, Ruth Magers, Varvara Mozhaieva, Violetta Terlyha.

Czernowitz:
Arina Bardetska, Arina Hitchenko, Kseniia Domaleha, Mariia Shalimova, Oleksandra Holdina, Albert Vardevanian, Iryna Penteliuk, Irutsa Slepeniuk, Kateryna Khuda, Yana Baryska.

Fotos: Kurt Heuvens
16. Oktober 2022

Ausstellung:
„Repeat After Me”
von Open Group

12 — 18 Uhr

Einige Wochen vor der russischen Invasion hat der Staatliche Dienst der Ukraine für Notfallsituationen damit begonnen, ein mehrseitiges Handbuch zu verteilen, in dem beschrieben wird, wie man sich in dem Gebiet zu verhalten hat, in dem militärische Aktionen stattfinden. Die Reihenfolge und die Art der Maßnahmen hängen stark davon ab, ob es sich um Sturmgewehrfeuer, Artilleriebeschuss, Beschuss mit Mehrfachraketenwerfern oder sogar Luftangriffe handelt. Um sich zu schützen, mussten die Menschen in der Ukraine lernen, verschiedene Waffentypen anhand von Geräuschen zu erkennen.

Das Video „Repeat After Me” von Open Group, das im Theater of Hopes and Expectations zu sehen sein wird, zeigt Zivilist*innen, die aus verschiedenen Regionen der Ukraine vertrieben wurden und nun in einem Lager für Kriegsflüchtlinge in Lviv leben. Im Rahmen des Kunstprojekts teilen sie ihre kollektiven Erinnerungen und ihr Wissen über die Geräusche des Krieges. Sie reproduzieren verschiedene Waffentypen und führen eine Art Karaoke-Anleitung durch. Diese Anleitung, so einfach und bitter sie auch sein mag, vermag es nicht, die Erfahrung zu vermitteln, die der Preis für dieses Wissen ist.

„Von dem Moment an, in dem wir die erste Luftangriffssirene hören, ist unser 'innerer Alarm' in Alarmbereitschaft. Er hält uns in ständiger Anspannung und lässt uns auf jedes Geräusch, jedes Rascheln achten. Manchmal schleicht sich sogar in der Stille Misstrauen ein”.

Fotos: Annika Bethan